Flaka Haliti, Watchu expect me to do when I lose my cool, 2020, Ausstellungsansicht. Foto Ulrich Gebert, courtesy of the artist und Deborah Schamoni_

Die Ausstellung läuft vom 19. Juli – 10. September 2022 im Kunst in Traklhaus.

Für ihre erste Einzelausstellung in Österreich hat die Münchner Künstlerin Flaka Haliti das Designstudio Metahaven eingeladen, gemeinsam einen Raum für Kunst und Diskurs zu kreieren. In ihren Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Installationen untersucht Haliti eine Welt digitaler Posthumanität. Die in ihr wirksamen globalen Machtstrukturen und verflüssigten Kontrollmechanismen werden zeitweilig durch die Verwendung von Poesie, Humor und Analytik aufgebrochen. Halitis künstlerisches Werk lässt sich vielleicht am ehesten beschreiben als ein „Denken menschlichen Lebens“, dass über sich selbst hinausweist und doch den Konflikt mit der eigenen Materialität nicht scheut.

Flaka Haliti unterrichtet 2021 zum zweiten Mal einen Kurs an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg. Titel des Kurses ist: Spatial Negativity and Hijacks through Hybrid Materiality, der vom 8.–27. August auf der Festung Hohensalzburg stattfindet.

Flaka Halitis künstlerische Praxis umfasst Mischtechniken, Bildhauerei und Rauminstallationen mit einem dezidiert ortsspezifischen Ansatz. Aneignung und Neuanordnung finden sich in all ihren Arbeiten wieder, wodurch neue ästhetische Muster entstehen. Haliti betont veränderte Wahrnehmungen auf visueller Ebene sowie konzeptionelle Methoden und setzt sich auf diese Weise mit politischen Reflexionen und geopolitischen Fragen auseinander. Vermittelt durch das Sinnliche und durch visuelle Felder werden territoriale Grenzen und Mächte, wie zum Beispiel nationale Grenzen oder die Bestimmungen von Zusammenschlüssen wie der UN oder der Europäischen Union verhandelt. Wichtig ist, dass ihre Arbeiten sich ständig mit der Sprache der Identitätskonstruktion auseinandersetzen, um deren Kategorisierungen von Geschlecht oder Nationalität zu durchbrechen, während sie den Umweg als Handlungsplan des Widerstands einführt. Indem Haliti Zwischenzustände in Anspruch nimmt, hinterfragt sie darüber hinaus humanistische Perspektiven und deren Autoritätsüberrepräsentation und Abstraktion. Dies geschieht nicht nur auf einer visuellen Ebene, sondern auch in einem konzeptionellen Ansatz durch politische Strategien. Ihre Praxis fungiert als ein Dialog zwischen den Begriffen der Abschaffung und der Aneignung. Ersterer lehnt den Standard und die Forderungen des Ordnungssystems ab, während zweiterer eine Anpassung daran vornimmt. Damit eröffnet sie ein Feld für Gegenpoetik als ein fortwährendes Dazwischen innerhalb eines dialektischen performativen Raums.

Die Ausstellung läuft in Kooperation mit der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg.

Einzelausstellungen
2021 Flaka Haliti, Kunstverein Friedrichshafen, Friedrichshafen (DE). WIND, Opernatelier, commissioned by Kunsthaus Bregenz and Bregenzer Festspiele, Bregenz (AT). Billboard Kunstinsel Lenbachplatz, commissioned by the Culture Department of the City of Munich, Munich (DE). 2020 Watchu expect me to do when I lose my cool, Deborah Schamoni, München (DE). 2018 Here – or Rather There, Is Over There, Kunsthaus Hamburg (DE); Kunsthalle Lingen (DE); Galeria Kombëtare e Arteve (Nationale Kunstgalerie), Tirana. 2016 My Gravity Slipped Away, S.A.L.T.S., Kunstverein Birsfelden, Basel (CH); 2015, Pavillion of Kosovo, 56th Venice Biennale, Venedig (IT). 2014, See a Face. Do You See A Face., mumok, Museum of Modern Art, Wien.

Gruppenausstellungen
2022 BREATHLESS, The Power Plant Contemporary Art Gallery, Toronto (CA) (upcoming). 2021 Endless Express, EUROPALIA International, Brussels (upcoming). What If a Journey…, Autostrada Biennale, Prizren, Kosovo. The Endless Frontier, Baltic Triennial, Contemporary Art Centre, Vilnius. 2020 HURRICANES AND OTHER CATASTROPHES. Museum Lenbachhaus, München. The clouds and the cloud, Museum für Gegenwartskunst Siegen, Siegen (DE). 2019 Shortlist exhibition of the Preis der Nationalgalerie 2019, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin. HERE AND NOW, Transcorporealities, Museum Ludwig, Köln (DE). 40,000, Triennale Kleinplastik Fellbach (DE). 2018, Busan Biennale, Busan (KR). Symptoms of Society I, Guangdong Museum of Art, Guangdong (CN); Zhejiang (CN). 2016 Political Populism, Kunsthalle Wien. 2015 HOW TO GATHER?, 6. Moskau Biennale, Moskau.

https://deborahschamoni.com

Metahavens Arbeit umfasst Praxen des Films, Schreibens, Designs, und der Installation, vereint durch ihr Interesse an Poetik, dem Geschichten- erzählen, digitalen Überstrukturen und Propaganda. Ihre Bewegtbilder bestehen aus immersiven Installationen und teilen eine ästhetische Logik mit dem Grundgedanken des Designkollektivs – eine Aufmerksamkeit für Oberfläche, Textur und die Vereinfachung komplexer Logik und visuellen Formen. Ihre Arbeit wird aktuell weltweit ausgestellt.