Die Ausstellung läuft von 20. Juli – 28. August 2021 in der Galerie im Traklhaus.

Leon Kahane, geboren 1985 in Berlin, schafft konzeptuelle Videoarbeiten, Fotografien und Installationen, in denen Themen wie Migration, Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft im Zentrum stehen. Immer wieder lenkt er die Aufmerksamkeit auf Ereignisse und Institutionen, in denen der Geschichte innewohnende Widersprüche zum Ausdruck kommen. Sie spiegeln historische, politische und ökonomische, aber auch biografische Aspekte wider, die er in seinen Arbeiten aufgreift und verarbeitet.

Die Ausstellung „Les Drancéens“ behandelt die Geschichte der „Citè de la Muette“, einem modernistischen Wohnkomplex der Anfang der 1930 Jahre in Drancy, einem Vorort von Paris, entstanden ist. Im Zuge der Besetzung durch die Nationalsozialisten wurden weite Teile der Citè zum größten Deportationslager Frankreichs umfunktioniert. Kahane nähert sich diesem Ort und dessen Geschichte, die auch mit seiner eigenen Biographie eng verwoben ist, durch die Medien Fotografie und Video an. Diese Medien werden in einer eigens für die Galerie im Traklhaus entwickelten Installation präsentiert und um die Arbeit Jerricans to Can Jerry (2020) ergänzt.

Studio
Gemeinsam mit dem Künstler Fabian Bechtle hat Leon Kahane 2018 das Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst gegründet. Das Forum forscht und publiziert zu aktuellen Kontinuitäten des Antisemitismus und kulturpessimistischen Weltbildern. In einer architektonischen Intervention des Künstlers Friedrich Rücker stellt das Forum seine Aktivitäten vor.

In Kooperation mit der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst